Alles über Solarenergie

Die Gewinnung von Strom mit Hilfe von Sonnenenergie ist ein komplexes Thema. Uns ist wichtig, dass Sie den Überblick behalten und über alle Möglichkeiten und vor allem Vorteile gut informiert sind. Aus diesem Grund haben wir für Sie die wichtigsten Fragen und deren Antworten zusammengestellt.

Photovoltaik kurz erklärt

Was ist Solarenergie?

Bei der Umwandlung von Wasserstoff in Helium wird in der Sonne Strahlungsenergie freigesetzt, die als Licht und Wärme zur Verfügung steht. Durch diesen Prozess gelangt stündlich mehr Solarenergie auf die Erde, als die gesamte Weltbevölkerung in einem Jahr verbrauchen könnte.

Was ist Photovoltaik?

Unter „Photovoltaik“ (griechisch phos ‚Licht‘ und Volt: Maßeinheit für elektrische Spannung) versteht man die Umwandlung von Solarstrahlung in elektrische Energie. Durch Zufuhr von Licht werden in Solarzellen positive und negative Ladungsträger freigesetzt und es wird Gleichstrom erzeugt. Bei der Stromgewinnung kommen Solarzellen zum Einsatz, die aus verschiedenen Halbleitermaterialien bestehen. Dabei handelt es sich um Stoffe, die durch die Einwirkung von Licht elektrisch leitfähig werden – ein Beispiel ist Silizium, welches aus Sand gewonnen wird. Über 95 Prozent aller auf der Welt produzierten Solarzellen bestehen aus diesem Material.

Was ist der Unterschied zwischen Photovoltaik und Solarthermie?

Grundsätzlich wird bei der Energiegewinnung aus der Sonne zwischen zwei Verfahren unterschieden: der Photovoltaik und der Solarthermie. Bei der Solarthermie wandeln Kollektoren die Sonneneinstrahlung in nutzbare Wärme um. Diese wird zumeist über Wärmetauscher für die Heizung und die Warmwasserbereitung eingesetzt. Photovoltaik hingegen ist die direkte Umwandlung der Sonnenenergie in elektrischen Strom.

Was spricht für eine Photovoltaikanlage?

Sie leisten als Besitzer einer PV-Anlage einen wichtigen Beitrag zur Energiewende und zur CO2-Vermeidung. PV-Anlagen stehen für aktives Umweltbewusstsein.

  • Sie sparen Stromkosten. Im Idealfall, ohne Eigenkapital investieren zu müssen (Pachtmodell).
  • Durch die hohe Lebensdauer einer PV-Anlage kann zumeist auch die nächste Generation noch von den Solarstrom-Vorteilen profitieren.
  • PV-Anlagen sind nahezu wartungsfrei und unkompliziert im Betrieb.
  • Sie steigern Image und Wert Ihrer Immobilie.
Wie helfe ich der Umwelt mit der Installation einer PV-Anlage?

 

  • Solarstrom ist generell umweltfreundlicher als andere Stromerzeugungsmöglichkeiten. Er kann im Grunde unbegrenzt erzeugt werden – und es werden keine fossilen Ressourcen wie Öl oder Gas verbraucht.
  • PV-Anlagen setzen während ihres Betriebs kein Kohlenstoffdioxid frei.
  • Es gibt keine nennenswerten Risiken – vor allem im direkten Vergleich mit der Energieerzeugung aus fossilen Quellen, wie zum Beispiel der Atomkraft.
  • Schlagwort Verdrängungseffekt auf dem Strommarkt: Es ist simpel – je mehr Ökostrom in das öffentliche Netz eingespeist wird, desto größer wird der Anteil der erneuerbaren Energien am gesamten Strommix in Deutschland.
Wie hoch ist der Betriebs- und Wartungsaufwand?

Solarstromanlagen gelten als nahezu wartungsfrei – die Betriebs- und Wartungskosten sind dementsprechend relativ gering. Natürlich sollten Wartungen trotz allem regelmäßig durchgeführt werden, um die maximale Leistung der Anlage zu gewährleisten und so eine hohe Rendite sicherzustellen. Empfohlen werden regelmäßige Wartungsarbeiten im 2-Jahres-Rhythmus. Um gegebenenfalls auftretende Störungen frühzeitig zu erkennen, sollten Sie die Ergebnisse am Wechselrichter sowie am Stromzähler regelmäßig ablesen.

Muss eine Photovoltaikanlage regelmäßig gereinigt werden?

Normalerweise nicht, denn dank einer speziellen Glasoberfläche sorgen bei einem Modul-Neigungswinkel von über 20° Regen und Schnee für die Reinigung. Nur wenn der Neigungswinkel unter 20° beträgt, ist es ratsam, die Solarmodule mindestens einmal im Monat auf Verschmutzungen zu kontrollieren und dann gegebenenfalls eine Reinigung vorzunehmen.

Was passiert, wenn die Sonne mal nicht scheint?

Solargeneratoren benötigen nicht unbedingt rund um die Uhr direktes Sonnenlicht, sie arbeiten auch bei bedecktem Himmel. Allerdings ist ihre Leistung bei schwachem und diffusem Licht deutlich niedriger. Doch selbst im Winter produzieren PV-Anlagen Strom – von Vorteil sind in dieser Jahreszeit der lichtreflektierende Schnee und die niedrigeren Modultemperaturen.
Um auch an bewölkten Tagen oder in den Abend- und Nachtstunden Solarstrom zu nutzen, eignen sich Solarstromspeicher. Selbsterzeugter Strom, der über den aktiven Stromverbrauch hinausgeht, fließt zunächst in den Speicher. Erst wenn dieser vollgeladen ist, wird der überschüssige Strom ins öffentliche Netz eingespeist. Ein Speicher ermöglicht es Ihnen, Solarstrom dann zu nutzen, wenn Sie ihn wirklich brauchen.

Welche Lebensdauer hat eine PV-Anlage?

Für die Module geben die Hersteller in der Regel Garantien zwischen 10 und 26 Jahren. Nach heutigen Erfahrungen erwartet man jedoch eine Modullebensdauer von ca. 50 Jahren, wobei die Ertragsleistung im Laufe der Jahre abnimmt. In der Praxis ist von einer jährlichen Degression der Modulleistung von 0,2 bis 0,5 Prozent auszugehen.

Wie kann ich die Lebensdauer und den Ertrag meiner PV-Anlage erhöhen?

In erster Linie durch Qualität – sowohl hinsichtlich der Komponenten als auch hinsichtlich der Realisierung. Wir garantieren, nur hochwertige Materialien zu verwenden und diese von überprüften und hochqualifizierten Fachpartnern installieren und in Betrieb nehmen zu lassen.
Obwohl PV-Anlagen generell als wenig wartungsintensiv gelten und die Module sich durch eine spezielle Glasbeschichtung und den schrägen Winkel in der Regel bereits durch die Einwirkung von Regen und Schnee selbst reinigen, werden zudem regelmäßige Reinigungs- und Wartungsarbeiten im 2-Jahres-Rhythmus empfohlen, was die Lebensdauer und auch den Ertrag positiv beeinflusst.
Kann ich mit dem erzeugten Strom auch heizen?
Grundsätzlich kann der selbsterzeugte PV-Strom für alle technischen Einrichtungen des Hauses verwendet werden. Somit kann man mit dem PV-Strom auch eine Wärmepumpe betreiben. Je mehr Strom die Wärmepumpe tagsüber verbraucht, desto besser ist dies für den Selbstverbrauchsanteil.
Allerdings ist zu bedenken, dass der PV-Strom in der Regel allein zum Betrieb einer Wärmepumpe nicht ausreicht, so dass zusätzliche elektrische Energie aus dem öffentlichen Netz benötigt wird.

 

Technische Aspekte

Wie funktioniert eine Photovoltaikanlage?

Eine Photovoltaikanlage (auch PV-Anlage oder Solarstromanlage) wandelt Sonnenenergie in elektrische Energie um. Einzelne Solarzellen, die zu Modulen und dann zu einer PV-Anlage zusammen „verschaltet“ sind, erzeugen dabei Gleichstrom, der über einen sogenannten Wechselrichter in Wechselstrom umgewandelt wird.

Wie ist eine Photovoltaikanlage aufgebaut?

Um die Leistung einer Photovoltaikanlage zu optimieren, werden folgende Komponenten aufeinander abgestimmt und an die baulichen Gegebenheiten des Gebäudes angepasst:

  • Photovoltaikmodule, die aus Sonnenenergie Gleichstrom erzeugen,
  • Wechselrichter, die den Gleichstrom in netzkonformen Wechselstrom (230 V) umwandeln,
  • Zweirichtungszähler, die den eingespeisten Strom in das Stromnetz sowie den Bezugsstrom messen,
  • erkabelung und Montagegestell, auf dem die Photovoltaikmodule befestigt sind.
Nimmt die Leistung von Modulen ab?

Jedes Modul verliert im Laufe der Jahre an Leistung, d. h. der Wirkungsgrad verändert sich. Die Hersteller garantieren eine Mindestleistung für 20 bis 25 Jahre – üblich sind 90 Prozent der Modulnennleistung nach 10 Jahren und 80 Prozent nach 20 bis 25 Jahren. In der Praxis wird diese Untergrenze in der Regel nicht erreicht. Bei einem früheren bzw. höheren Leistungsabfall des Moduls garantiert der Hersteller Ersatzlieferung. Physikalisch gibt es keinen Grund, warum die Leistung der Siliziumwafer im Laufe der Jahre nachlässt. Der eigentliche Grund liegt im Modulaufbau. Die Wafer werden in einer Kunststofffolie laminiert. Diese Kunststofffolien können im Laufe der Jahre durch UV-Licht eintrüben oder verfärben und daher durch optische Effekte eine Minderung der durchlässigen Solarstrahlung hervorrufen (Browning-Effekt). Ein weiterer Grund für die Leistungsdegression können äußere Einflüsse sein, die das Glas erodieren lassen, so dass mit der Zeit weniger Licht bis zu den Solarzellen vordringen kann.

Was bedeutet Kilowatt Peak (kWp) und Watt Peak (Wp)?

Peak heißt übersetzt „Spitze“. Mit diesem Ausdruck wird die Spitzennennleistung von Photovoltaikmodulen unter Standard-Testbedingungen (STC) bezeichnet. STC: 1000 W Einstrahlungsleistung auf 1 Quadratmeter mit einer Solarzellen-Temperatur von 25 °C und einer Air Mass (AM) von 1,5. Letzteres bedeutet, dass der Sonnenstrahl auf seinem Weg das 1,5-fache der Atmosphärendicke der Erde durchdringt.

Wie viel Strom erzeugt eine PV-Anlage?

Im langjährigen Mittel der Sonneneinstrahlung in Deutschland kann bei einer optimal ausgerichteten PV-Anlage (Modulneigung von ca. 30° bei Südausrichtung) mit Erträgen zwischen ca. 850 kWh pro kWp und Jahr im Norden Deutschlands und ca. 1.000 kWh pro kWp und Jahr im Süden Deutschlands gerechnet werden. In guten Jahren, beispielsweise 2003, erzielten viele Anlagen in Süddeutschland über 1.200 kWh/kWp. Je nach Ausrichtung und Neigung des PV-Generators kann sich dieser optimale Jahresertrag reduzieren.

 

Anlagenplanung und Installation

Ist mein Dach für eine Solaranlage geeignet?

PV-Anlagen können überall dort installiert und betrieben werden, wo es einen ausreichenden Lichteinfall gibt. Den optimalen Photovoltaikertrag ermöglicht eine südorientierte Fläche mit etwa 30° Neigungswinkel. Doch auch Dächer mit Abweichungen nach West oder Ost bzw. anderen Neigungswerten zwischen 10° und 60° sind für die solare Energiegewinnung geeignet. Problematisch sind lediglich Verschattungen durch Bäume, Nachbarhäuser, Dachaufbauten und Ähnliches – diese sollten vermieden werden. Auf einem Flachdach kann die Anlage meist nach Süden ausgerichtet werden. 
Wie viele kWp passen auf mein Dach? 
Bei dieser Frage spielen sowohl die Leistungsklasse des Moduls als auch die nutzbare Dachfläche eine Rolle. Diese hängt unter anderem von der Größe, aber auch von möglichen Verschattungsbereichen, der Dachausrichtung und der Dachneigung ab.

Wie groß muss eine PV-Anlage sein?

Es gibt verschiedene Faktoren, die bei dieser Frage eine Rolle spielen: Wenn der produzierte Solarstrom überwiegend in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden soll, muss sich die Größe der Anlage nicht unbedingt nach dem eigenen Stromverbrauch richten. Viel wichtiger ist bei einer netzgekoppelten Anlage die verfügbare Dachfläche: Für eine PV-Anlage mit einer Nennleistung von 1.000 Watt (1 kWp) benötigt man je nach Modulnennleistung 6 bis 10 Quadratmeter Dachfläche. Natürlich spielt auch der monetäre Betrag eine Rolle, der investiert werden soll bzw. kann. Bei Eigenverbrauchsanlagen sollte man die Anlagengröße so planen, dass statt möglichst viel kWp auf das Dach zu bekommen, die installierte Leistung an den Stromverbrauch angepasst wird, um einen möglichst hohen Eigenverbrauchsanteil des solar produzierten Stromes zu erreichen.

Welche Montagearten kommen für Solaranlagen auf Dächern in Frage?

Unterschieden wird generell zwischen der Aufdachmontage und der Indachmontage:
Aufdachmontage: Hierbei werden die PV-Module oberhalb der jeweiligen Dacheindeckung auf speziellen Montagestellen befestigt. Diese Montageart ist bei Flach- und Schrägdächern möglich und ist sowohl kostengünstiger als auch weniger aufwendig als die Indachmontage. Durch diese Montageart erreicht man, dass die Module hinterlüftet werden, was bewirkt, dass bei Temperaturanstieg der elektrische Widerstand weniger stark steigt und so die dadurch bedingten Leistungsverluste geringer ausfallen.
Indachmontage (Solardachziegel, Solar-Roof-Systeme): Bei dieser Montagevariante werden die PV-Module direkt in das Dach integriert. Die normalen Dachziegel werden durch Solarmodule ersetzt. Diese Lösung wird zwar von vielen Anlagenbesitzern hinsichtlich der Ästhetik bevorzugt, doch kann die schlechte Belüftung unter Umständen zu einem verminderten Stromertrag führen.

Kann ich auch auf einem Flachdach eine Photovoltaikanlage installieren?

Auch auf Flachdächern können PV-Anlagen meist problemlos installiert werden. Die Module werden mit einem speziellen Montagesystem schräg und in optimaler Südausrichtung aufgestellt. Durch die schräge (aufgeständerte) Installation ist ein Reinigungseffekt sowie eine ausreichende Belüftung gesichert. Bei Flachdächern ist allerdings ein größerer Abstand zwischen den Modulen wichtig, damit es nicht zu einer Verschattung und der damit verbundenen Ertragsminderung kommt. Dies ist auch der Grund dafür, dass die benötigte Dachfläche bei Flachdächern in etwa doppelt so groß ist wie bei Schrägdächern. Wichtig für die Installation auf einem Flachdach ist, dass das Dach über eine entsprechende Lastreserve (Statik) verfügt, um das Zusatzgewicht der PV-Anlage aufnehmen zu können.
Brauche ich eine Baugenehmigung für meine PV-Anlage? 
Nein, wenn Sie die PV-Anlage am Gebäude befestigen, benötigen Sie im Allgemeinen keine Baugenehmigung. Dies kann jedoch in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich sein. Weiterhin kann es dabei zu Einschränkungen bei denkmalgeschützten Gebäuden – hier sollten Sie sich vor der Installation gut informieren – kommen. Auf Dächern mit Asbesthaltigen Materialien kann eine PV-Anlage grundsätzlich nicht errichtet und betrieben werden.


Finanzielle Aspekte

Lohnt sich eine PV-Anlage finanziell?

Ja, denn Sie sparen nicht nur monatlich Stromkosten – die gesetzlich festgeschriebene Vergütung nach dem EEG, die durch den Energieversorger für den überschüssig produzierten Strom gewährt wird, ist immer noch so hoch, dass sich Errichtung und Betrieb einer PV-Anlage finanziell lohnen.
Besonders für Unternehmen, die tagsüber einen hohen Strombedarf haben, ist die Investition in eine Photovoltaikanlage sinnvoll. Der Großteil des selbst produzierten Stroms kann direkt verbraucht werden. Die Amortisationszeit einer auf Ihren Verbrauch zugeschnittenen Solaranlage liegt im Schnitt bei ca. 6–10 Jahren.
Aber auch für Eigenheimbesitzer macht die Investition in eine Solaranlage Sinn, da sich oft mindestens ein Drittel des produzierten Stroms direkt nutzen lässt. Der überschüssige Strom wird in das örtliche Stromnetz eingespeist und vom Energieversorger für 20 Jahre in konstanter Höhe vergütet (EEG-Vergütung).

Nach welcher Zeit hat sich meine Anlage amortisiert?

Wann sich eine PV-Anlage amortisiert hat, ist von vielen verschiedenen Faktoren abhängig und kann daher nicht eindeutig beantwortet werden. Unter anderem spielen eine Rolle: Die Qualität der Komponenten, die Sonneneinstrahlungsverhältnisse, die jeweilige Finanzierungsvariante sowie die Planung und Montage. Als grobe Orientierung lässt sich ein Amortisationszeitraum von 11 Jahren benennen.

Was kostet eine PV-Anlage?

Pauschal kann man natürlich auch dies nicht sagen. Die Kosten werden pro kWp installierter Anlagenleistung berechnet und hängen von verschiedenen spezifischen Faktoren ab – unter anderem von den Komponentenherstellern, der Anlagengröße, der Dachform und den Montagekosten. Wichtig zu wissen ist in diesem Zusammenhang allerdings, dass sich die Modul- und damit die Anlagenpreise in den letzten Jahren stark reduziert haben.

Bestehen Förderungsmöglichkeiten für Photovoltaikanlagen?

Das wichtigste Förderinstrument für Photovoltaikanlagen ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Die aktuellen EEG-Vergütungssätze können auf der Internetseite der Bundesnetzagentur eingesehen werden. Beim dem von der EnergieAgentur.NRW veröffentlichten FÖRDER.navi können mögliche weitere Fördermaßnahmen (z. B. Programme der KfW) recherchiert werden.

Wird für den selbst verbrauchten Strom auch die EEG-Umlage fällig?

Ja und nein. Ob für den selbstverbrauchten Strom eine EEG-Umlage gezahlt werden muss, hängt von der PV-Anlagengröße ab. Anlagen unter 10 kWp Nennleistung sind von der EEG-Umlage befreit. Bei Anlagen über 10 kWp, die nach dem 01.08.2014 in Betrieb genommen werden, wird die sogenannte reduzierte EEG-Umlage fällig (Stand: 12/2015).
Im Interesse eines gleitenden Einstiegs in die neue Regelung für Anlagen über 10 kWp beträgt der reduzierte Umlagesatz bis Ende 2015 zunächst 30 Prozent der EEG-Umlage und steigert sich im Kalenderjahr 2016 auf 35 Prozent. Diese Prozentsätze gelten nur in diesen Jahren. Anlagen, die in diesen Jahren in Betrieb genommen werden und auch alle später in Betrieb genommenen Erneuerbare-Energien-Anlagen müssen ab 2017 eine reduzierte EEG-Umlage in Höhe von 40 Prozent der zu diesem Zeitpunkt gültigen allgemeinen EEG-Umlage zahlen. 2016 liegt die allgemeine EEG-Umlage bei 0,0635 EUR pro kWh. Die reduzierte EEG-Umlage für den Eigenverbrauch von Solarstrom beträgt im Moment somit 0,01872 EUR pro kWh und steigert sich unter der Annahme, dass der Umlagesatz gleichbleibt, bis 2017 auf voraussichtlich 0,0254 EUR pro kWh.

Wie erhalte ich meine Stromvergütung?

Es ist ein entsprechender Antrag beim zuständigen Energieversorgungsunternehmen (EVU) zu stellen. Der Anschluss der PV-Anlage an das öffentliche Stromnetz wird dem Netzbetreiber gemeldet, damit der erforderliche Zähler ‚gesetzt‘ werden kann. Darüber hinaus muss die PV-Anlage innerhalb von 6 Monaten nach Inbetriebnahme vom Anlagenbetreiber bei der Bundesnetzagentur gemeldet werden.

 

Eigenverbrauch und Einspeisung

Muss ich den Strom ins Netz einspeisen oder kann ich ihn auch selbst verbrauchen?

Es ist generell sogar zu empfehlen, den selbst erzeugten PV-Strom im eigenen Gebäude zu nutzen und nur Überschüsse an den Netzbetreiber zu verkaufen, d. h. ins örtliche Netz einzuspeisen, wofür gemäß den gesetzlichen Vorgaben des EEG die Einspeisevergütung gewährt wird. Dadurch, dass eine eingesparte Kilowattstunde Strom aus dem öffentlichen Netz heute (d. h.: nach der schrittweisen Degression der Einspeisevergütung auf das aktuelle Niveau) mehr wert ist als eine eingespeiste Kilowattstunde, ist der Eigenverbrauch der Einspeisung vorzuziehen.

Wie kann ich überschüssigen Strom einspeisen?

Der technische Aufwand der Einspeisung ist gering. Bei Anlagen bis 10 kWp wird Ihr Bezugszähler durch einen sogenannten Zweirichtungszähler ersetzt, der sowohl den aus dem öffentlichen Netz bezogenen als auch den ins öffentliche Netz eingespeisten Strom zählt. Bei Anlagen über 10 kWp muss zusätzlich ein Stromzähler direkt hinter der PV-Anlage installiert werden, um den insgesamt produzierten PV-Strom zu registrieren. Aus den Zählerständen dieses Gesamt-PV-Stromzählers und dem Einspeisezähler lässt sich die selbst genutzte und die eingespeiste Strommenge berechnen.

Wie kann ich möglichst viel Solarstrom selbst nutzen?

Wenn Sie elektrische Geräte hauptsächlich während der Zeiten benutzen, zu denen Strom von der PV-Anlage erzeugt wird, können Sie den Eigenverbrauchsanteil der erzeugten Energie steigern und somit Ihre Stromkosten weiter verringern. Zusätzlich gibt es zu diesem Zweck diverse „mitdenkende“ Haushaltsgeräte-Steuerungen, die den Energieverbrauch entsprechend optimieren und Tipps für einen möglichst kostengünstigen Betrieb geben.

Was bedeutet die Wirkungsleistungsbeschränkung der Anlage auf 70 Prozent?

Bei einer Anlagengröße bis 30 kWp kann der Betreiber wählen, ob er die Wechselrichterleistung freiwillig auf 70 Prozent beschränken lässt oder stattdessen ein Power-Management-System einbauen lässt, über das der Netzbetreiber im Bedarfsfall via Rundsteuerempfänger die Anlage ferngesteuert herunterregeln kann.
Die 70-Prozent-Regel gemäß EEG sagt aus, dass die Einspeisewirkleistung am Netzverknüpfungspunkt auf 70 Prozent der installierten Modulleistung begrenzt wird. Damit soll sichergestellt werden, dass das öffentliche Stromnetz bei hohen Einspeiselasten von PV-Anlagen stabil bleibt und nicht überlastet wird. 
Bei einer PV-Anlage mit 6.500 Wp DC-Nennleistung und einem Wechselrichter mit einer maximalen AC-Leistung von 6.000 VA (W), würde somit eine Leistungsreduzierung auf 4.550 VA DC stattfinden, d. h., alles, was DC-seitig über diesem Wert in den Wechselrichter hineinfließt, wird nicht verarbeitet. Das klingt erst einmal nach herben Verlusten – tatsächlich muss man jedoch beachten, dass eine PV-Anlage unter realen Einsatzbedingungen nur selten auf voller Leistung läuft. Erfahrungsgemäß laufen Anlagen an einem normalen Sommertag ohnehin auf ca. 70 Prozent ihrer kWp-Nennleistung. Grund hierfür ist, dass in den seltensten Fällen die optimalen Bedingungen, wie Sie im Labor zum Flashen der Module verwendet werden, herrschen, d.h.: optimaler Einstrahlungswinkel von 90° bei 25 °C Zelltemperatur, 1.000 W/m² Strahlungsleistung und einer Luftdichte von AM 1,5.
Die tatsächliche Ertragsdifferenz zwischen der beschränkungsfreien Einspeisung und der auf 70 Prozent heruntergeregelten Einspeisung beträgt im Schnitt zwischen 1 Prozent und 5 Prozent des Jahresertrags; der Einbau eines Power-Management-Systems lohnt sich damit normalerweise erst ab einer Anlagengröße von ca. 15 kWp (abhängig von diversen Faktoren wie Eigenverbrauchsanteil, EEG-Vergütung etc.), da die über 20 Jahre kumulierten Verluste erst dann die Einbaukosten aufwiegen.

Wie viel Strom darf ich einspeisen?

Die für einen Hausanschluss technisch maximal mögliche einzuspeisende Strommenge ist abhängig von der Leistung des Hausanschlusses und von der Dimensionierung der lokalen Zuleitungskabel. Im Rahmen einer Netzverträglichkeitsprüfung berechnen die Netzbetreiber auf Antrag die technischen Möglichkeiten und damit die maximal zulässige Einspeiseleistung. Reicht die Netzsituation für die geplante PV-Anlagenleistung nicht aus, besteht die Möglichkeit der Netzerweiterung durch den Netzbetreiber.

Was ist verwaltungstechnisch erforderlich, um den Strom meiner PV-Anlage in das EVU-Netz einzuspeisen?

Es ist ein Antrag zum Netzanschluss der PV-Anlage beim zuständigen Energieversorgungsunternehmen (EVU) zu stellen. Bis zu einer Anlagengröße von 30 kWp handelt es sich um eine sogenannte privilegierte Kleinanlage, deren Netzanschluss direkt auf dem Grundstück über den vorhandenen Stromanschluss zu erfolgen hat. Den Anschluss größerer Anlagen hat der Netzbetreiber unverzüglich, spätestens innerhalb einer Frist von 8 Wochen individuell zu prüfen (§ 9 Abs. 5 ff. EEG 2014).
Der geplante Anschluss der PV-Anlage an das öffentliche Stromnetz wird dem Netzbetreiber gemeldet, welcher prüft, ob ausreichend Aufnahmekapazität in der Anschlussleitung vorhanden ist. Ist dies der Fall (positive Netzverträglichkeitsprüfung), kann die PV-Anlage problemlos angeschlossen werden. Ist die Aufnahmekapazität nicht ausreichend (negative Netzverträglichkeitsprüfung), hat der Netzbetreiber unter bestimmten Umständen einen Netzausbau vorzunehmen.
Nach erfolgter Fertigstellungsanzeige (Anzeige der Inbetriebnahme) wird durch einen Mitarbeiter des Netzbetreibers der Zähler getauscht bzw. gesetzt. Darüber hinaus muss die PV-Anlage innerhalb von 6 Monaten nach Inbetriebnahme vom Anlagenbetreiber bei der Bundesnetzagentur gemeldet werden.

Wie rechne ich den eingespeisten Strom gegenüber dem Energieversorger ab?

Im Rahmen der Einspeiseverträge mit dem Netzbetreiber ist die jährliche Abrechnung mit mehreren, in der Regel monatlichen Abschlägen üblich. Für die Abschläge wird der erwartete Jahresertrag der PV-Anlage zugrunde gelegt. Zum jährlichen Abrechnungsdatum werden die erzeugten und eingespeisten Strommengen über die Zählerstände festgestellt. Dem Netzbetreiber wird die jährliche Einspeisevergütung (abzüglich der erhaltenen Abschläge) in Rechnung gestellt.

Wie rechtssicher ist das EEG?

Das EEG mit den darin definierten Einspeisevergütungen ist ein Bundesgesetz und bis zum Europäischen Gerichtshof (EuGH) bestätigt worden. Zukünftige Änderungen des EEG sind ab Datum der Gesetzesänderung rechtsverbindlich. Es gilt jeweils der Rechtsstand zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme einer Photovoltaikanlage. Die zugesicherte Einspeisevergütung hat einen Bestandsschutz von 20 Jahren zuzüglich des Jahres der Inbetriebnahme.

Was geschieht nach Ablauf der EEG-Zeit nach 20 Jahren?

Der mit dem Netzbetreiber abzuschließende Einspeisevertrag läuft über 20 Jahre zuzüglich des Jahres der Inbetriebnahme. Bei Inbetriebnahme am 15.01.2014 läuft der Vertrag bis zum 31.12.2034. Auch danach hat der Betreiber weiterhin das Recht, den produzierten Strom ins Stromnetz einzuspeisen. Die Vergütung für die eingespeiste kWh ist jedoch nach Ablauf des gesetzlich festgelegten Zeitraums – in diesem Beispiel ab 01.01.2035 – mit dem Netzbetreiber neu zu verhandeln, sofern es zwischenzeitlich keine weiteren gesetzlichen Regelungen gegeben hat.

 

Sicherheit

Kann mein Dach bei der Installation beschädigt werden?

Nein, und zwar unabhängig von der Bedachung. Zu beachten ist lediglich, dass die Dachstatik gewisse Traglastreserven haben muss. Schäden können ansonsten lediglich bei unsachgemäßer Installation auftreten. Da wir uns intensiv mit der Auswahl unserer Partnerunternehmen beschäftigen und diese auch regelmäßig testen, kann ein solches Risiko bei der Installation mit unserer Hilfe allerdings fast gänzlich ausgeschlossen werden.

Zieht eine PV-Anlage Blitze an?

Die Wahrscheinlichkeit eines Blitzeinschlags ist relativ gering, die Anlage selbst zieht keine Blitze an. Dennoch kann ein direkter Blitzeinschlag oder auch ein Blitzeinschlag in der Nähe der Solaranlage (Überspannung) mitunter zur Zerstörung einer Photovoltaikanlage führen. Daher sind zusätzliche Blitzschutzmaßnahmen durchaus ratsam. Diese können Überspannungsschutzmaßnahmen sowie Blitzfangvorrichtungen auf dem Dach umfassen. Letztere sind besonders wichtig, wenn es sich um aufgerichtete Anlagen auf Dächern mit geringer Neigung handelt und diese den höchsten Punkt in der Umgebung darstellen. Ist auf dem Dach bereits eine Blitzfangeinrichtung installiert, wird die PV-Anlage üblicherweise in den äußeren Blitzschutz eingebunden und nach innen abgesichert.

Können die Module bei Hagel brechen?

Eine Garantie gibt es zwar nicht, doch generell sind Solarmodule sehr wohl gegen Hagelschlag geschützt. Das gehärtete Spezialglas wird in eigens zu diesem Zweck entwickelten Tests nach IEC-Norm geprüft.

Was für Garantien erhalte ich?

Für die Module gibt es eine Produktgarantie von 10 Jahren und eine selbstständige Herstellergarantie über die Mindestleistung von 80 Prozent der Ursprungsleistung nach 20–25 Jahren. Die Wechselrichter haben üblicherweise eine Garantie von 5 Jahren. Bei den meisten Lieferanten kann man gegen Mehrpreis eine Garantieverlängerung über bis zu 20 Jahre vereinbaren.
Die Montage und Installation erfolgen nach den Vorgaben der VOB und unterliegen einer Gewährleistungsfrist von 2 Jahren für die von dem Montageunternehmen erbrachten Leistungen.

Brauche ich für meine PV-Anlage Versicherungen?

Für Photovoltaikanlagen gibt es eigenständige Solarversicherungen, die auf die Risiken, denen eine Photovoltaikanlage ausgesetzt ist, abgestellt sind.
Photovoltaik-/Allgefahrenversicherung inkl. Ertragsausfall:
Versicherte Gefahren und Schäden:

  • Sturm, Hagel, Frost, Eisgang und Schneedruck
  • Überschwemmung, Diebstahl, Tierbisse
  • Kurzschluss, Überstrom oder Überspannung
  • Brand, Blitzschlag und Explosion, Schwelen, Glimmen, Sengen, Glühen, Implosion
  • Versagen von Messeinrichtungen, Sicherheits- und Regeleinrichtungen aufgrund eines äußeren Ereignisses
  • Vandalismus, Böswilligkeit, Vorsatz Dritter, Fahrlässigkeit
  • Bedienungsfehler und Ungeschicklichkeit
  • Sachschaden aus Konstruktions-, Material- und Ausführungsfehlern
  • Ausnahmen sind z. B. Krieg, Erdbeben, Korrosion oder betriebsbedingte Abnutzung


Ertragsausfall:
Ertragsausfallkosten für nicht verkauften Strom werden bei kleineren PV-Anlagen mit Tagesentschädigung für die Sommer- und Winterzeit abgegolten. Ein Selbstbehalt pro Schadensfall kann vereinbart werden.
Betreiberhaftpflicht für Photovoltaikanlagen:
Diese Versicherung ist sinnvoll für alle Besitzer und Betreiber von Solarstromanlagen, die Schäden bei Dritten verursachen könnten. 
Versicherte Gefahren und Schäden:

  • Schutz bei Personenschäden, Versicherungssumme
  • Schutz bei Vermögensschäden, Versicherungssumme
  • Schutz bei Mietsachschäden
  • Bauherrenhaftpflicht
  • Umwelthaftpflicht
  • Sonstige Gebäudeschäden

Versicherungsmöglichkeit über eine Gebäudeversicherung
Es besteht auch die Möglichkeit, eine Photovoltaikanlage über eine bestehende Gebäude- und Gebäudehaftpflichtversicherung abzusichern. In diesem Fall wird die Photovoltaikanlage mit ihrem Wert in eine bestehende Gebäude- und Gebäudehaftpflichtversicherung eingebunden. Die Versicherung tritt für die in der Gebäude- und Gebäudehaftpflichtversicherung definierten Haftungsrisiken nun auch für die Photovoltaikanlage ein. Dies sind üblicherweise Feuer-, Sturm-, Blitz-, Wasserschäden etc.; darüber hinausgehende Risiken werden nicht abgedeckt. Bei einer bestehenden Gebäudeversicherungspolice ist zu prüfen, ob die spezifischen Risiken einer PV-Anlage zusätzlich in die Versicherung mit eingebunden werden können.
Grundsätzlich sollte in jedem Fall dem Gebäudeversicherer mitgeteilt werden, dass eine PV-Anlagen auf bzw. an dem Objekt betrieben wird.

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